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 Stotzheim

Panorama von Stotzheim.


Den Hardtberg als ersten Berg der Eifel im Rücken, liegt Stotzheim am Rand der Euskirchener Börde. Das „alte“ Stotzheim lag nicht direkt an der Erft, sondern etwa 300 Meter vom Wasserlauf der Erft entfernt, so dass zur Wasserversorgung des Ortes und seiner Mühlen im Mittelalter der Erftmühlenbach angelegt wurde, der bis heute, teils offen, teil kanalisiert, durch Stotzheim fließt. Seit dem 12. Jahrhundert thront im Wald oberhalb des Dorfes die Hardtburg.

Dies alles ist meine Heimat. Ich ging in den katholischen Kindergarten, später in die Grundschule im Ort und wurde mit sieben Jahren Messdiener und 2001 Gruppenleiter. Mit etwa zehn Jahren trat ich dem Leichtatletikverein LAGV bei. Für die Olympischen Spiele reichten meine Leistungen aber leider nie. Als Jugendlicher fuhr ich täglich mit dem Fahrrad die 12 Kilometer zum Gymnasium nach Bad Münstereifel sowie nach Euskirchen zum Rettungsschwimmkurs der DLRG.

Neben meinem Elternhaus, ist die Pfarrkirche von St. Martin in Stotzheim der wichtigste Platz für mich. Hier empfing ich meine erste Kommunion, wurde durch die Firmung vor der Kirche erwachsen und führte 2008 meine Frau vor den Traualtar. Hinzu kommen die unzähligen Stunden, in denen ich „meine“ Messdiener anlernte, mit ihnen Krippenspiele einstudierte oder einfach nur Seite an Seite den Dienst am Altar verrichtete. 2015 kehrte ich mit meiner Familie hierher zurück. Und hoffe, dass Stotzheim meinem Sohn eine ebenso schöne Kindheit und Jugend bieten kann, wie mir.

      

Impressionen aus Stotzheim und Umgebung


 

 

Weitere Informationen zu Stotzheim:

http://www.stotzheim.de/ 

https://de.wikipedia.org/wiki/Stotzheim_%28Euskirchen%29


Aachen  

Aachen an einem kalten Wintermorgen

2004 brachte mich das Studium nach Aachen. Es dauerte lange, bis mich die Stadt in ihren Bann schlug. Lange fiel es mir schwer in Aachen heimisch zu werden. Das Busnetz ist zwar gut ausgebaut, aber es schränkte einen trotzdem sehr ein. Mit dem Fahrrad war Aachen für mich, der ich das Radfahren auf dem Land gewöhnt war, eine Katastrophe. Ich hatte nie Angst, wenn ich mit hohem Tempo über enge rutschige Waldwege fuhr, doch Autofahrer, die ohne zu schauen aus Seitenstraßen und Einfahrten fuhren, Autos die Radfahrer überholten, nur um sie Sekunden später beim Linksabbiegen zu schneiden, zugeparkte Fahrradwege, dazu der ständige Regen, vermiesten mir dieses Verkehrsmittel. Man muss wissen: Es gibt in Aachen zwei Jahreszeiten, die sommerliche und die winterliche Regenzeit. So wanderte das Fahrrad schon nach wenigen Wochen in den Keller und Aachen blieb für mich lange Zeit der Ort des Studiums, aber nicht mehr.

2009 kauften meine Frau und ich einen Motorroller vom Typ Kymco Agility One und ich erkannte, dass wir damit das perfekte Fahrzeug für Aachen gefunden hatten. Denn mit dem Roller war man den Autos zwar immer noch unterlegen, konnte sich aber deutlich besser behaupten als mit dem Fahrrad, hinzu kam, dass man Regenkleidung tragen konnte, ohne zu schwitzen. So leistete der Roller gute Dienste, sei es als Einkaufswagen (wenn ich allein fuhr, packte er zwei Getränkekästen und einen Rucksack voll weiterer Einkäufe) oder um ganz schnell neue Windeln für das Kind zu besorgen. Im Jahr 2013 trug er mich täglich zum Referendariat nach Eschweiler. 20 Kilometer, den Kaninsberg hinauf, vorbei am Flughafen Merzbrück und über die Felder, von denen sich der Morgennebel hob, hinunter nach Eschweiler. Hinzu kamen größere Touren, für die ich meine Frau nie begeistern konnte. Der größte Ausflug führte mich an einem Tag nach Stotzheim, von dort nach Rheinbach, wieder nach Stotzheim und über Euskirchen zurück nach Aachen. 160 km mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. 2014 war mit dem Rollerfahren Schluss. Ein Kolbenfresser legte das treue Gefährt lahm. Der Roller wurde an einen Studenten verkauft, der es schaffte ihn in Eigenregie wieder flott zu machen. Ich holte nun mein Fahrrad wieder hervor. Denn mit Fahrrad und Anhänger konnte ich unseren Sohn zum Kindergarten bringen. Der Aachener Verkehr hatte seinen Schrecken verloren, obwohl er noch so schlimm wie eh und je war, doch die Jahre auf dem Roller hatten mich gelehrt, ihm zu trotzen. Lange hielt es unser Kind nicht im Anhänger, denn es war drei Jahre alt und konnte selbst Fahrrad fahren, soweit dies in Aachen für ein Kind möglich ist, doch zu dieser Zeit fiel der Blick schon wieder nach vorne auf die Rückkehr nach Stotzheim.  


 

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